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Newsletter 2/2017 - März 2017

„Generationensolidarität und Generationengemeinschaft auf dem Prüfstand“

1. Zusammenkunft 2017 des ZRV-Forum50plus in Zürich.

Von Hans Rudolf Schuppisser, Mitglied des Schweizerischen Seniorenrates SSR

Das erste ZRV-Forum50plus 2017 hat am 23. März im Quartiertreff Hirslanden stattgefunden. Es war gut besucht, anregend und informativ.

Dr. Jérôme Cosandey, Senior Fellow und Forschungsleiter der Denkfabrik Avenir Suisse lotete mit seiner Präsentation unter dem Titel“ Generationensolidarität und Generationengemeinschaft auf dem Prüfstand“ das Thema anders aus als üblich. Seine Ausführungen waren vor dem Hintergrund der laufenden Reformprojekte „Altersvorsorge 2020“ und „Gesundheit 2020“ sowie der beginnenden Revision des Ergänzungsleistungsgesetzes sehr aktuell.

Vielfältige Generationengemeinschaft
Der Referent folgte nicht einfach dem üblichen Schema „Alt und Jung“, sondern unterschied vier Altersgruppen (Kinder und Jugendliche, Erwerbstätige, Jungrentner und Hochaltrige). Danach ging er von diesen vier Altersgruppen aus. Er ordnete nämlich die vielfältigen menschlichen und finanziellen Beziehungen zwischen diesen Altersgruppen auf der einen Seite einem „privaten Generationenvertrag“ und auf der anderen Seite einem „sozialpolitischen Generationenvertrag“ zu. Damit ist es ihm gelungen, die Vielfalt und Verflochtenheit der heutigen Generationensolidarität in unserer Gesellschaft besser zu erfassen als dies mit der eher konfrontativen Einteilung zwischen „Alt und Jung“ jeweils geschieht.

Generationensolidarität auf dem Prüfstand
Es bestehen grosse Herausforderungen für die alternde Gesellschaft. In der Schweiz steigt der Altersquotient (d.h. das Verhältnis zwischen den Personen im Rentenalter und den Personen im Erwerbsalter) von derzeit über 30 Prozent weiter an. Dies ist nicht nur ein Problem für die Altersvorsorge, sondern auch ein grosses Problem für die Durchführung der professionellen Pflege (Spitex, Alters- und Pflegeheime) sowie für die freiwillige Alterspflege (in Verwandtschaft und Bekanntschaft oder in Vereinen etc.).Dafür fehlen nach der Pensionierung der grossen „Babyboomer“-Jahrgänge den kleineren Nachfolgegenerationen

schlicht die Leute. Dr. Cosandey schliesst daraus, dass es, wenn die heute kleineren Generationen gleich viel in die Altersvorsorge und –pflege investierten wie bisher, nicht mehr für ein Alter in Würde im heutigen Sinne reichen würde. Er meint zudem, es wäre kaum tragbar für die aktive Bevölkerung, wenn die heutigen Jahrgänge gleich viel erhalten wollten, wie die vorherige Rentnergeneration. So gelangt er zur These, es sei ein neuer „fairerer“ Generationenvertrag anzustreben, der die Leistungen und die Finanzierung besser in Einklang bringt. Dies erklärt auch, worum es geht bei den beiden Reformvorhaben „Altersvorsorge 2020“ und „Gesundheit 2020“.

In der allgemeinen Aussprache ging es danach vor allem noch um eine graphische Darstellung der höchst unterschiedlichen kantonalen Lösungen im Bereich der professionellen Alterspflege. Aus dieser ergeben sich nach Meinung des Referenten Hinweise auf ein grösseres schweizweites Sparpotential, das genutzt werden könnte. Diese und andere sich abzeichnende Herausforderungen für unsere Gesellschaft und Politik boten neben dem üblichen Meinungsaustausch genügend Gesprächsstoff beim anschliessenden Apéro.